Tradition und Innovation
VON DER VERGANGENHEIT INSPIRIERT, FÜR DIE ZUKUNFT BEREIT
Rückblick
Von 1970 bis 2015 begeisterten die Neuschwanstein Konzerte einmal jährlich mit musikalischen Meisterwerken im prunkvollen Sängersaal von Schloss Neuschwanstein, den König Ludwig II. einst für seinen Lieblingskomponisten Richard Wagner schuf. Die klassische Konzertreihe war über viele Jahrzehnte hinweg ein musikalischer Höhepunkt in Bayerns Kulturkalendern für begeisterte Klassikliebhaber aus nah und fern. Veranstaltet wurden die sogenannten „Schlosskonzerte“ vom Landkreis Ostallgäu und der Gemeinde Schwangau. Umfassende Restaurationsarbeiten als auch Pandemie-bedingte Schließzeiten verlangten den Neuschwanstein Konzerten dann einen langen Dornröschenschlaf ab, beide Veranstalter verabschiedeten sich und ließen sie für immer ruhen.
Von 1970 bis 2015 begeisterten die Neuschwanstein Konzerte einmal jährlich mit musikalischen Meisterwerken der Klassik Musikliebhaber aus nah und fern. Sie wurden vom Landkreis Ostallgäu und der Gemeinde Schwangau veranstaltet. Die klassische Konzertreihe war über viele Jahre ein musikalischer Höhepunkt in Bayerns Kulturkalendern und begeisterten im prunkvollen Sängersaal, den König Ludwig II. einst für seinen Lieblingskomponisten Richard Wagner schuf.
Dann haben die bisher umfassendsten Restaurationsarbeiten auf Neuschwanstein des Freistaates Bayern als auch pandemiebedingte Schließzeiten der Konzertreihe einen langen Dornröschenschlaf abverlangt.
Nach dem Rückzug der bisherigen Veranstalter entstand die feste Überzeugung in der Konzertgesellschaft Neuschwanstein e.V., ein bis dahin gemeinnütziger Förderverein, dass die Region die einmaligen kulturellen Erlebnisse in einer Weltsehenswürdigkeit und einer voraussichtlichen zukünftigen Weltkulturerbestätte positiv nutzen muss. Untätigkeit würde ein riesiges Potenzial für die Menschen, die Kultur und die Wirtschaft verschenken. Aufgrund von Schriftwechsel, persönlichen Gesprächen und des unerschütterlichen Glaubens an die Einzigartigkeit dieses Projektes ist es der Konzertgesellschaft Neuschwanstein e.V. in den letzten drei Jahren gelungen, die Schlosskonzerte Neuschwanstein neu aufzustellen. Der Freistaat Bayern mit seinem Finanzminister Albert Füracker und die Bay. Schlösser- und Seenverwaltung mit ihrem Präsidenten Bernd Schreiber haben uns als neue Veranstalter ihr Vertrauen geschenkt, wofür wir dankbar sind und das wir vollumfänglich rechtfertigen werden. Die Schlossverwaltung Neuschwanstein ist ein außerordentlich kooperativer und unverzichtbarer Partner vor Ort.
Eine Vielzahl prominenter Fürsprecher aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien und Tourismus standen und stehen dem engagierten ehrenamtlichen Vorstandsteam hierzu im engen Schulterschluss zur Seite. Sie eint die Liebe zu Kunst und Kultur, zeigen, dass die Neuschwanstein-Konzerte stark vermisst wurden und die weite Region stärken können und sollen. Gemeinsam schreiben wir alle Zukunftsmusik.
WACHGEKÜSST
Es fand sich niemand, der das kulturelle Ausnahmeprojekt wieder aufwecken wollte. Gab es doch zu viele Wehklagen, zu viele Unwägbarkeiten. Schließlich ist ein Schloss hoch thronend auf einem Berg kein typischer Veranstaltungsort.
Für einen umtriebigen Altlandrat und Kulturliebhaber wie Johann Fleschhut liegt jedoch genau dort der Reiz. Wie kann ein solch einzigartig atmosphärischer Ort still bleiben? Unzugänglich für Einheimische und Besuchende? Er war es, der die Schlosskonzerte wachküsste und folglich die Prinzenrolle übernahm. Kein Berg war ihm dafür zu hoch, kein Weg zu weit. Selbst der Verlust des Sängersaals als Spielort im Schloss spornte ihn an, neue Varianten zu verwirklichen.
Seinem Enthusiasmus konnte sich keiner entziehen. Auch sein neues Vorstandsteam nicht. Zusammen erstellten sie ehrenamtlich und in jeder freien Minute Konzepte, tauschten Ideen aus, diskutierten und leisteten harte Überzeugungsarbeit. Bei der Staatsregierung, in der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, bei der Schlösserverwaltung und Sponsoren. Bis sich Ende 2023 endlich abzeichnete: aus einem Traum wird endlich Wirklichkeit.
Die neuen Neuschwanstein Konzerte waren wachgeküsst. Frisch und aufgeweckt, mit berühmten Klassikern und innovativen Neuinterpretationen auf rund 500 Logenplätzen im zuvor noch nie bespielten Schlosshof feierten die Neuschwanstein Konzerte im Sommer 2024 ihre erste Open-Air-Premiere. Leider ohne ihren Taktgeber Johann Fleschhut. Sein Verlassen der Bühne kam noch vor dem ersten Schlussapplaus. Für die Geschäftsführung und den Vorstand ist es Auftrag und Verpflichtung zugleich, sein Werk fortzusetzen und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Saitenwechsel
Ganz in seinem Sinne arbeitet unsere Konzertfamilie seither daran, fortzuführen, was Johann Fleschhut begonnen hat: neue Musikgeschichte im Weltkulturerbe Schloss Neuschwanstein zu schreiben. Darin verbinden wir einen hohen Qualitätsanspruch, welcher der Historie gerecht wird, mit zeitgemäßer Moderne und präsentieren ein Programm, das sowohl Klassikkenner als auch Crossover-Liebhaber generationsübergreifend berührt und begeistert.
Denn Schloss Neuschwanstein ist für uns weit mehr als ein internationaler Tourismusmagnet. Bayerns Wahrzeichen ist Teil der Seele unseres Landkreises. So engagieren wir uns ehrenamtlich, damit Schloss Neuschwanstein nicht nur Besucher:innen aus der ganzen Welt anzieht, sondern auch ein lebendiger Ort der Begegnung und Inspiration für Menschen aus unserer Region wird. Mit den Neuschwanstein Konzerten schaffen wir einen Kulturraum, der Traditionen bewahrt, weiterentwickelt und Menschen mit Musik verbindet.
Dieses Engagement teilt auch unser Projektpartner KINESCOPE FILM, der für uns sowohl das künstlerische Programm kuratiert als auch dafür sorgt, dass die Magie der Konzerte aus dem Innenhof von Schloss Neuschwanstein in die Fernsehwelt übertragen wird. Dieser Erfolg motiviert uns, die Neuschwanstein Konzerte weiterhin mit leidenschaftlichem Engagement und starken Partnern zu einem einzigartigen kulturellen Leuchtturmprojekt von internationaler Strahlkraft zu entwickeln.
So führen wir die Vision von Johann Fleschhut gemeinsam weiter und halten sie lebendig. Gemeinsam für die Zukunft der Kultur unserer Heimat und musikalischer Momente voller Magie.
Nachruf
IN MEMORIAM JOHANN FLESCHHUT - ALTLANDRAT, VORSTAND UND INITIATOR DER NEUSCHWANSTEIN KONZERTE
Er war auf der Zielgeraden. Vor Augen die Premiere der neuen Neuschwanstein Konzerte 2024. Sein Werk.
Nach Jahren der Vorbereitung, der Beharrlichkeit und Vorfreude. Es hat nicht sein sollen. Fünf Wochen vor dem Start hat der Tod ihn plötzlich aus dem Leben gerissen.
Sein Name aber wird für immer mit Neuschwanstein und der Kultur in Bayerisch-Schwaben verbunden bleiben: Johann Fleschhut.
Lieber Johann,
„Pünktlichkeit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.“ Wer Dich gut kannte, der weiß, dass Du dieses geflügelte Wort sehr gerne für Dich in Anspruch genommen hast. Nicht weil Du unhöflich sein wolltest, sondern weil Du Dir für Deinen Landkreis, Deine sozialen und politischen Projekte und die Menschen, die Dir am Herzen lagen, stets die nötige Zeit genommen hast. Damit hast Du „konsequent und umtriebig“ – wie es Deinem Naturell entsprach – Deinen eigenen Terminkalender bis zum Schluss, um es mit Deinen Worten zu sagen, „situationsflexibel“ gelebt.
Und genau das verlangst Du jetzt von uns, Deinem bunten Haufen. Und zwar mehr denn je. An Dein Dir eigenes Zeitgefühl waren wir auch als Deine Mitstreiter bei den Schlosskonzerten gewöhnt. Kein Telefonat unter 60 Minuten. Teamsitzungen bis spät in die Nacht. Leidenschaftliche Plädoyers für Dein Herzensprojekt, die neuen Neuschwansteinkonzerte.
Eines Deiner Markenzeichen: Endlos lange E-Mails. Was mit drei kleinen Punkten begann, endete erst viele Absätze später. Ein Parforceritt durch Deine Gedanken und Deinen unerschöpflichen Ideenreichtum.
Jeden von uns hast Du dabei persönlich mitgenommen. Gleiches gilt für Staatsminister, Sponsoren oder die Schlossverwaltung. Kein Hindernis war Dir zu hoch. Schließlich steht nicht umsonst auf Deiner Homepage „Probleme sind da, um gelöst zu werden“.
Leider müssen wir dies jetzt ohne Dich schultern. Im Ohr werden wir dabei aber immer Dein Mantra haben: „Gut ist nicht gut genug.“ Du warst ein Perfektionist à la couleur. Deine Ideen visionär. Du warst unser Taktgeber. Du hast uns das Tempo vorgelebt. Lento war nicht Deine Geschwindigkeit. Alles musste presto gehen. Und das pronto.
Niemand konnte kleinsten Details so herrlich viel Aufmerksamkeit und Energie zuschreiben wie Du.
Doch all dies war vergessen, als Du hinter den Kulissen wieder alles – ohne viel Aufhebens – geregelt hattest. „Unaufgeregt und unkonventionell“ beschreibt Dich dabei wohl am besten. Du warst uns Motor, Motivator und Mentor zugleich. Dafür danken wir Dir, unserem Maestro, von ganzem Herzen.
Dein Verlassen der Bühne kam noch vor dem Schlussapplaus, den Du so sehr verdient hast. Möge Dein Geist und Dein Lächeln mit uns sein.
Während wir hier in unserer Trauer um jedes Wort ringen, hättest Du dort mit der Dir eigenen Leichtigkeit, ganz entspannt, charismatisch und souverän, den richtigen Ton getroffen. Wir versprechen Dir, dass wir für Dich auf der Zielgeraden noch einmal all unsere Kräfte bündeln werden. Damit Du von Deinem himmlischen Logenplatz aus den Schlussapplaus doch noch entgegennehmen kannst.
In Deinem Namen werden wir uns in tiefster Dankbarkeit und Demut verneigen. Vor dem Publikum, Deiner Familie und Dir.
